21.12.2017 - Call for Papers / Participation
Gesellschaft fuer Theaterwissenschaft

CALL FOR PAPERS: 14. GTW-Kongress "Theater und Technik" | Einsendeschluss: 30.04.2018

Nach der historischen Wortbedeutung umfasst die antike techné Prozesse des Hervorbringens, Handwerk, Kunstfertig- und Geschicklichkeit sowie die Fähigkeit und das Wissen, Rohstoffe und Kräfte zur Produktion einzusetzen (Agamben 1994, 103f; Aristoteles 2009, VI,5; Nancy 1998, 17; Platon 2004, 175). In welchem Verhältnis stehen techné, praxis und poiesis bezogen auf das Theater – seine schöpferisch-künstlerischen und handwerklich-praktischen Dimensionen? In den umfassenden Prozessen der Mechanisierung und Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert sowie später der Kybernetisierung und Computerisierung seit der Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich eine „technologische Bedingung“ (Hörl 2011a) herausgebildet, die die Domänen des Sozialen, Politischen, Epistemischen, Ökonomischen und Ästhetischen bestimmt. Wie verortet sich das Theater in einer Gegenwart der Digitalisierung und der Informations- und Dienstleistungsgesellschaften, die als technologisches Zeitalter bezeichnet wird? Der Kongress, der erstmals am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf stattfindet, möchte in der Auseinandersetzung mit Fragen der Medienwissenschaft und entlang der Metapher eines Technisch-Unbewussten – orientiert an Walter Benjamins Begriff des „Optisch-Unbewussten“ (Benjamin 1974, 371) – über das spezifisch Technologische und Mediale (Weber 2004) des Theaters nachdenken: In welchem Verhältnis stehen Handwerk, technische und „mimetische“ Praktiken (Aristoteles 1994, Benjamin 2002, 123 und 1974, 373), die Dinge des Theaters, Prozesse des Trainierens, Entwerfens, Planens, Spielens, Improvisierens, Komponierens, Anordnens, Aufzeichnens, Notierens, Dokumentierens sowie dramaturgische und szenographische Prozesse zu den je eigenen (medien-)technologischen Umgebungen ihrer Zeit? Wie nehmen Künstler*innen technische Innovationen auf, und inwieweit wirken diese zurück auf die Praktiken in anderen Bereichen? Wie ist das Theater in einer Entgrenzung zur Technikphilosophie sowie zu den Technik-, Ingenieurs- und Naturwissenschaften zu denken? Welche historischen Umbruchsphasen ergeben sich in dieser Neuperspektivierung des Theaters? Welches sind die jeweiligen (techno-)ökonomischen (Hörl 2011b, 47; Stengers 2015) und -politischen Bedingungen einer Produktion? Begleitend hierzu finden Sie sich daraus ergebende Themenschwerpunkte im angehängten Call For Papers. Bitte schicken Sie Ihr Abstract oder Ihren Vorschlag für ein Panel (max. 500 Zeichen) bis zum 30. April 2018 an folgende E-Mail-Adresse: congressgtw@theater-wissenschaft.de Bitte registrieren Sie sich ab dem 1. Juni 2018 auf unserer Homepage, wenn Sie am Kongress teilnehmen wollen.

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